Freitag, 31. März 2017

Hello Kambodscha 1. Station: Battambang

Hallo ihr Lieben,

nachdem wir in Chantaburi aus unserem Hostel mit den wenig hilfsbereiten Mitarbeitern ausgecheckt waren, fuhren wir mit einem Minivan zur Grenze. Ganz nach asiatischer Tradition fuhren mehr Passagiere and Bord, als es eigentlich Plätze gab. Wir erreichten einen Grenzübergang und ließen uns aus Thailand ausstempeln.
Auf kambodschanischer Seite ließ uns der Grenzbeamte, der für den Visa Service zuständig war, auch gleich 10 Dollar mehr, als offiziell verlautet, zahlen. Wird sich wohl bald das neuste iPhone ziehen. Danach fanden wir in dem Grenzdorf einen Taxifahrer, der uns nach Battambang fuhr. Er brachte uns erste Khmervokabeln bei.
Die Khmer sind die ethnische Hauptgruppe von Kambodschas Bevölkerung. In dem besagten Grenzdorf standen mindestens zehn riesige Betonblöcke, nämlich Casinohotels, zu denen die die alten Thai Männer zum Zocken über die Grenze fahren.

In Battambang wurden wir bei einem netten Guesthouse abgesetzt. Wir trafen Peter, einen jungen Mann, der für das Guesthouse arbeitete. Er nahm uns am nächsten Tag für 15 Dollar auf eine Tour mit. Zuerst fuhren wir mit dem bambootrain (Bambusbahn). Diese besteht aus einem 5 Meter langen Bambusgestell, auf dem ein paar Sitzkissen liegen und auf dem ein Motor montiert ist. Das Gestell wird einfach auf auf zwei Radachsen aus Eisen gestellt, von der die hintere mit einem Zahnriemen angetrieben wird. Dann steigt man auf und es geht los. Man fährt auf einem stillgelegten, ungefähr 8 km langen Stück Bahnstrecke durch kambodschanische Agrarlandlandschaft bis in ein kleines Dorf. Das dauert vielleicht 20 Minuten. Man sieht immer wie kleine Echsen über die Gleise huschen. Die Felder sind getrennt durch Bäume und Büsche und ab und zu kann man weiße Kühe oder Wasserbüffel vorbeiziehen sehen. Im Dorf angekommen, gibt es eigentlich neben eine paar ungenutzten Ziegelöfen nur einen typischen Souvenirstand, der an allen touristischen Destinationen zu finden ist. Dann rast man krachend zurück zur Ausgangsstation. Angesichts der Krümmung der Gleisteile, die auch untereinander nicht verschweißt sind, scheint es ein Wunder nicht zu entgleisen.  Da die Strecke eingleisig ist und sich nicht selten die Fahrzeuge entegenkommen, muss eine der Konstruktionen einfach abgebaut werden. Dann lässt man die anderen durch, baut seine Bahn wieder aufs Gleis und weiter geht's.

Wieder zurück, ging es mit unserem Tuktukfahrer Peter und einem Österreicher namens Finley (ein etwas schräg aussehender, aber netter Typ) zu einem Tempel, der von den roten Khmer zur Hinrichtungsstätte umfunktioniert wurde. Hier ließen unzählige Menschen ihr Leben in der Zeit zwischen 1975 und 1979, als die kommunistischen Revolutionäre zwischen 2 und 3 Millionen Menschen umbrachten. Mehr über diese grausame Zeit und die abscheulichen Machenschaften werdet ihr im Blog über Phnom Penh lesen können.
Auf dem Mahnmal in der Tempelstätte, waren Reliefs eingemeißelt, die einige der Foltermethoden dokumentieren und man konnte die Schädel sehen, die man nach der Ausgrabung der Massengräber in diesem Mahnmal aufbewahrt.

Nach dieser traurigen Besichtigung fuhren wir weiter zu einem Platz an denen sie den sogenannten "Sticky Rice" machen, der als Süßigkeit, in Bahnenblätter gewickelt, auf den Märkten der Stadt zu kaufen ist. Er wird mit Kokusmilch, und anderen aromagebenden Blättern gemacht und ist süß. Eine wirklich leckerer Snack, besonders für kleine Naschkatzen, wie Sonam.
Wie uns an einem anderen Ort gezeigt wird, wird diese Art von Reis auch in Bambusrohren gemacht. Der Holraum des Bambus wird mit der Reismasse gefüllt und mit einem Stopfen aus Bahnenblättern verschlossen. Dann schmort er eine Weile über dem Feuer. Danach wird der Bambus außen geschält, sodass die verkohlte Kruste ab ist und er jetzt weiß erscheint. Nun ist er gut transportabel und wird von den Einheimischen als Mahlzeit zur Arbeit mitgenommen.
Unsere kulinarischer Teil setzte sich dann fort. Wir durften Reiswein kosten. Um es als Wein zu bezeichnen, war das Getränk vielleicht etwas stark, aber doch ziemlich gut. Außerdem bekamen wir ein Glas eines Schnaps aus einem Glasbehälter, in dem Bienenwaben und Vogelspinnen gezogen hatten. Die Männer trinken diesen nach harter Arbeit. Man sagt er wäre medizinisch und verleihe Kraft und Ausdauer.

Als nächstes fuhren wir zu einer Krokodilfarm. Auf der Krokodilfarm konnten wir zuerst ein frisch geschlüpftes Krokodil in den Händen halten. Dieses war ziemlich süß und man hätte es sich gut als kleines Haustier vorstellen können. Seine 30 Jahre älteren Artgenossen nicht. Diese lagen ein paar Meter weiter. In der Mitte ihrer Gehege war ein Becken mit algengrünem Wasser gefüllt. Darum saßen die meisten Krokodile. Mit artgerechter Haltung hatte das ganze natürlich nicht viel zu tun. Um die Becken waren abgetrennte Räume, worin sich die Krokodile zurückziehen konnten. Auf den Wänden zwischen Räumen und den Becken konnte man als Besucher langlaufen. Die Krokodile lagen dicht gedrängt, teils aufeinander, im Wasser und um das Becken. Manche hatte das Maul offen. Die meisten bewegten sich keinen Millimeter und sahen aus wie versteinert. Erst wenn man etwas in das Wasser warf, merkte man, dass doch noch gewaltige Energie vorhanden war. Dann kam blitzschnell die ganze Meute in Bewegung und schnappte nach dem, was man warf.
Uns wurde erklärt, das Krokodilfleisch nach Vietnam und die Haut nach Thailand exportiert werde.

Anschließend fuhren wir zu einem kleine See, der in der Landschaft lag. Sein Ufer war von kleinen Pavillons auf Stelzen umgeben, in denen Hängematten gespannt waren. Wirklich ein guter Ort zum Entspannen. Von den Pavillons sprangen wir ins Wasser. Es war grünlich. Die Bewohner nannten den See "cold lake", was nicht unbedingt der Wahrheit entsprach.
Nachdem wir ein bisschen in den Matten gehangen hatten, fuhren wir zur letzten Attraktion unsere Tages.
Eine Klaksteinfels, der mehrere Höhlen und auf dem Gipfel einen Tempel zu bieten hatte. Die Killing Cave (Tötungshöhle) war zu einem Mahnmal für die Zeit der roten Khmer geworden. Der Anblick der eigentlich sehr schönen Tropfsteinhöhle lässt einem einen Schauer über den Rücken laufen, wenn man an die Schreie und Qualen der Menschen denkt, die hier auf barbarische Weise hingerichtet wurden. Heute kann man in einer Stupa die Schädel der zahlreichen Leichen sehen, die dem Wahnsinn in der Zeit von 1975-1979 zum Opfer fielen.
Nachdem wir die Tempel auf dem Gipfel gesehen hatten und wieder herabgestiegen waren, setzten wir uns in ein Restaurant mit Blick auf die Bat Cave (Fledermaushöhle). Gegen 18:30 begann ein Naturschauspiel. Eine Stunde lang flogen tausende Fledermäuse in einem schwarzen Strom aus der Höhle um in der Nacht jagen zu gehen.
Am Abend wurden wir noch Zeuge wie in der Stadt, als wir zurückkamen, ein verrückter Motorradfahrer an uns vorbeibretterte und uns fast streifte. Danach knallte er auf der nächsten Kreuzung gegen einen SUV. Überraschenderweise ist ihm Recht wenig passiert, für das Tempo, mit dem er unterwegs war.

Schon am nächsten Tag fuhren wir weiter nach Siem Reap zu den weltweit größten religiösen Bauwerken.

Beste Grüße

Jonas und Sonam

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen