Hallo ihr Lieben,
So fuhren wir also am 27.03. von Phnom Penh nach Ban Lung.
Ban Lung ist eine kleine Stadt im Nordosten Kambodschas. Von Phnom Penh sind es ungefähr 600km. Wir buchten ein Minivan Ticket für 16 Dollar pro Person. Natürlich sagte der Kollege in dem Reisebüro, das sei der billigste Preis, man bekomme ja Wasser gratis und es sei auch kein Preisnachlass drin, denn er mache nur geringen Profit. Außerdem sollte es auch ein VIP Bus sein. Das Argument ist ziemlich nichtig, denn in Kambodscha klebt auf der letzten Schrottkarre ein VIP Kleber.
Wir sollten also am Morgen des 27.03. um sechs Uhr vor unserem Guesthouse abgeholt werden. Es ist normal, dass der Bus ein bisschen später kommt, aber anderthalb Stunden später war immer noch niemand gekommen, vermutlich, weil man vergessen hatte uns abzuholen. Nachdem unser Rezeptionist das Busunternehmen angerufen hatte, wurden wir von einem Tuktuk zu einer Bushaltestelle gebracht. Dort durften wir eine weitere halbe Stunde warten, bis dann endlich ein alter enger Hyundaivan kam, in dem wir drin hockten, mit gegen Null tendierender Beinfreiheit. Bei acht bis neun Stunden Fahrt wird das dann schon unangenehm. Während unserer Warte Zeit fragte uns auch noch ein Mann, wie viel wir denn gezahlt hätten und meinte dann: "Oh, eigentlich bezahlt man 10 Dollar".
Am späten Nachmittag kurz vor Sonnenuntergang kamen wir endlich in Ban Lung an. Wir ließen uns ins Sunset Resort fahren, ein ganz nettes Resort, mit billigen, einfachen Bungalows und einem kleinen Restaurant, das von einem jungen Typen namens Pat, bedient wurde. Dort lernten wir auch einen Australier kennen, der ziemlich drauf war und eine sehr ausschlagende Mimik und Gestik und einen recht komischen Redestil hatte. Pat, der anscheinend Vergangenheit in der Gangsterszene hatte, meinte nur, dass er versuchen würde ihm die Drogen auszureden, denn er hätte am eigenen Leibe erfahren, wie einen die Abhängigkeit mitnimmt.
Am nächsten Tag fuhren wir mit dem Tuktuk an den Kratersee Boeng Yeak Laom, der eigentlich unser Hauptziel war. Der See hat einen Durchmesser von 700m und ist sehr klar und blau. Man kann um ihn herumlaufen und an seinem Ufer befinden sich mehrere Holzstege, von denen aus man baden gehen kann. Wir blieben bis zum Nachmittag an diesem schönen Ort und fuhren dann per Anhalter mit einem Pickup zurück in die Kleinstadt.
Am Abend wurden wir vom Besitzer unseres Resorts zu einer Trekkingtour in den Jungle des Virachay Nationalparks, der im Nord-Osten des Landes liegt und an Laos und Vietnam grenzt angeworben.
Die Tour im Gesamten hatte keinen Festpreis, der aufgeteilt wurde. Er wollte einfach nur 85 Dollar pro Person für 2 Nächte haben, was uns stutzig machte. Auch hier gab es keinen Preisnachlass -"only little profit"-, also erwarteten wir eine ziemlich atemberaubende Tour und sagten zu.
Am nächsten Tag fuhren wir gegen halb zehn los zu einem großen Fluss, den wir mit einem Boot eine dreiviertel Stunde flussaufwärts fuhren. Dort stiegen wir aus und gelangen an einem Holzhaus von Pats Onkel, der sein Bein bei der Explosion einer Mine verloren hatte. Dort aßen wir Mittag, Bratreis, und warteten auf Chep. Chep war ein kleiner Mann, mit einem äffchenähnlichen Gesicht. Wir teilten den Proviant auf unsere Rucksäcke auf, jeder musste einen Teil und seine Hängematte tragen. Zu fünft (Pat, unseren Tourguide und Monkey Chep ausgeschlossen) brachen wir auf. Unsere Gefährten waren 3 Franzosen aus Marseille. Zwei Brüder und von einem die Freundin. Sie waren aushaltbare Kollegen, obwohl sie scheinbar nicht so viel auf Deutschland hielten und ihre Meinung auch eine höhere Stellung hatte als die unsrige. Am ersten Tag liefen wir bis an einen Wasserfall im Wald. Unterwegs zeigte uns Pat einige Bäume, die man nutzen konnte um daraus Wasser zum Ttinken zu gewinnen , wenn man sie abhackte. Außerdem zeigte er uns einen Baum, dessen Saft sie nutzten um Boote abzudichten, aber auch um Fackeln zu bauen. In den Baum war eine Einhöhlung geschlagen, in der das Harz zusammenlief. Dieses ist sehr gut brennbar, immer wenn man ein Feuer macht, dass man auch kurzer Zeit wieder löscht mit einem Bündel aus Blätter und Gestrüpp, läuft der Saft nach und sammelt sich in der Höhle. Außerdem wurden uns die Blätter eines Baumes gezeigt, in die die Einheimischen ihren starken Tabak wickeln und ihn rauchen.
Am Wasserfall schlugen wir unser Lager auf. Dort gingen wir schwimmen und unsere Guides kochten essen. Zum Beispiel bekamen wir eine Gemüsesuppe, die in einem Bambusrohr gekocht wurde.
Unsere Hängematten wurden in einem Bambusgestell aufgehängt, über das eine Plane gespannt wurde. Die war wichtig, denn Nachts regnete es ziemlich stark.
Am Abend tranken wir Reiswein zusammen mit anderen Tourgruppen, und Pat erzählte uns über die Kultur der Minderheit, aus der er stammt. Über ihre Hochzeitsriten; dass sie große Tiere, wie Tiger, große Schlagen und Elefanten nie töten würden, weil es Unglück bringen würde und dass sich die Leute traditionelle Tattoos in Form von Punkten stechen lassen, um gegen böse Kräfte gewappnet zu sein.
Es gäbe viele Leute die Flüche im verborgenen auf einen sprechen, die eine dann krank machen würden.
Als es bereits dunkel war, gingen wir zusammen mit Pat jagen. Er erbeutet eine Schlange und ein paar kleine Fische, die in sein Netz im Bach geschwommen waren. Die Fische wurden am Morgen gebraten zum Frühstück angeboten.
Die Nacht in den Hängematten unter der Plane im Regen war nicht etwa unbequem, allerdings patrolierten rote Ameisen unter unsrem Lager, die sehr schmerzhaft bissen, wenn man in ihre Straße trat.
Es war besser, wenn man nachts nicht aus der Matte musste.
Nachdem wir am nächsten Morgen unser Frühstück eingenommen und unser Lager abgebaut hatten, ging es weiter. Da es die ganze Nacht geregnet hatte, waren einige Blutegel unterwegs, ziemlich unangenehme Viecher, die aber nicht weiter gefährlich sind.
Als ich ausgerutscht war und mir einen ziemlich großen Pferdekuss geholt hatte, fanden die Guides einen Baum, der eine blutroten Saft gab, der gut gegen solche Art von Verletzung sein sollte.
Nach unserem vier stündigen Marsch durch den Dschungel kamen wir wieder an der Hütte an, an der wir am Vortag gestartet waren. Von dort fuhren wir mit dem Boot zurück in ein Dorf, das uns zuvor als tribal village verkauft wurde. Man erwartete also ein Dschungeldorf, in dem noch vom Wald gelebt wurde. An dem Abend fing die Hochzeit von Cheps Tochter an. Man hatte am Fluss einen massiven Holzbau errichtet, in denen wieder unsere Hängematten aufgehängt wurden. Wir schelenderten kurz durchs Dorf, das nichts mit Urwald zu tun hatte. Dort lebte man vom Reisanbau auf kahlen Flächen zwischen Nationalpark und Fluss. Im Dorf bretterten Jugendliche mit ihren Motorrädern durch die Gegend und es lagen Müllhaufen zwischen den Holzhäusern auf Stelzen herum.
Am Abend wurde dann die Hochzeit für den nächsten Tag eingeleitet, in dem man das ganze Dorf bis morgens um 4 aus riesigen JBL Boxen beschallte, so dass an Schlaf nicht zu denken war.
Am dritten Tag liefen wir in praller Sonne noch über die Reisfelder, lernten, dass auch hier unter den roten Khmern gemordet worden war und unsere Enttäuschung wuchs, weil wir mit dem Preis doch ziemlich verarscht worden sind. Unser Guide versuchte noch das Beste draus zu machen, obwohl es nicht seine Schuld war. Wir fragten ihn, wie viel er für eine Tour bekomme und er erzählt uns, das er 25 Dollar und Chep 10 Dollar bekam. Wovon er außerdem den Bootfahrer bezahlen musste.
Wir hatten noch unser Mittag Essen in einem Haus von Cheps Familie, danach fuhren wir mit Boot und anschließend mit dem Pickup zurück nach Ban Lung. Auch die Franzosen waren enttäuscht. Wir konfrontierten Mr. Sun, den Chef unseres Guesthouse und den "Organisator" der Tour, damit, dass wir den Preis für völlig unangemessen hielten. Dieser versuchte natürlich sofort Pat verantwortlich zu machen, mit dem wir allerdings zufrieden waren. Wir fanden es ziemlich vermessen uns allerlei Dinge zu versprechen, um uns vorher 170 Dollar zahlen zu lassen und uns danach zu erzählen, dass es unsere Schuld sei, dass wir das Angebot angenommen hatten.
Wir erklärten ihm, dass wir für so viel Geld eine entsprechende Leistung erwarteten, wenn wir im Voraus bezahlten und das wir das hier als Betrug empfanden.
Wir beschlossen zu gehen und uns ein anderes Guesthouse zu suchen und er erinnerte uns auch direkt noch dreist daran, da wir ihm ja noch 32 Dollar für die Übernachtungen und das Essen zahlen müssten. Als Sonam dann anfing bei so viel Gemeinheit zu weinen, erließ er uns wenigstens diese Kosten. Völlig enttäuscht und niedergeschlagen suchten wir uns ein neues Guesthouse.
Es wurde von einem kleinen, alten und sehr netten Mann geleitet, der es erst vor einem Jahr gemeinsam mit seinem Sohn eröffnet hatte. Er war ganz stolz, als er uns am Abend erzählen konnte, dass alle Zimmer ausgebucht waren.
Am nächsten Tag mieteten wir uns einen Roller und besichtigten zwei Wasserfälle, die um die Stadt lagen. Dabei fuhren wir zwischen Kautschukplantagen hindurch. Am Nachmittag fuhren wir noch ein Mal zum See. Wir hatten einen Schleichweg um den ticketcounter gefunden, der uns den Tourieintrittspreis ersparte.
Da Samstag war, waren viele Kambodschaner dort. Aus großen tragbaren Musikboxen wurden die Stege beschallt und die Jugendlichen sprangen wie die Wilden ins Wasser. Am Ende das Tages gingen wir noch in ein Restaurant zum Pizza und Lasagne essen. Es regnete wie aus Kübeln am Abend.
Für den nächsten Tag stand eine lange Fahrt an die Küste Kambodschas an, von der ihr im nächsten Blog erfahrt.
Liebe Grüße an euch alle
Jonas und Sonam
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